01/04/2015

Warum Lehrer macht- und Kinder hilflos sind

Die Kinder in unserem Land weisen eine geringe Lesestärke auf, sind übergewichtig und verbringen viel Zeit mit einem elektronischen Gerät. Bei den Erwachsenen zeigt sich ein ähnliches Bild, nie Zeit für Sport, ungesunde Ernährung und geringe Gesundheitskompetenzen. Alles Dinge, die vor allem die Leser dieses Blogs bereits kennen.Kinderprobleme

Was sind die Gründe dafür? Können wir uns aufgrund unserer Trägheit einfach nicht mehr an die Gegebenheiten unserer Zeit anpassen? Sind wir schon so träge geworden?

Kürzlich habe ich mit einer Volkschullehrerin gesprochen, Sie hat mir dabei von den aktuellen Problemen in der Schule berichtet, davon möchte ich Ihnen heute berichten.

Vor allem in den öffentlichen Schulen im städtischen Bereich ergibt sich die Problematik, dass viele Kinder zu geringe Deutschkenntnisse mitbringen. Entsprechende Maßnahmen werden bereits von staatlicher Seite gesetzt, daher möchte ich darauf nicht weiter eingehen. Wie sieht es aber mit der Mentalität und dem Willen aus? Hier kann der Staat nicht wirklich eingreifen.

 

Ist es daher die Aufgabe der Lehrer, alle Kinder auf ein ähnliches Niveau zu bringen und Ihnen für das Leben alles mitzugeben? Eine andere Lehrerin hat berichtet, dass die Kinder „wissen“, dass Sie die Hausaufgaben nicht machen müssen, da der Lehrer Ihnen nichts zu sagen hat. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Eltern eine solche „frühe Selbständigkeit“ unterstützen und selbst wenig Zeit in die weitere schulische Entwicklung des Kindes investieren. Lehrer sind hier machtlos.

Kommen wir aber zurück zur Volkschullehrerin und Ihren Problemen vor Ort. Sie arbeitet in einer privaten Einrichtung und sprachliche Probleme liegen hier kaum vor. Viel mehr sind die Kinder unselbständig, da alle Probleme und Schwierigkeiten von Ihnen fern gehalten werden. Tritt eine kleine Schwierigkeit auf, so wird das von den Eltern erledigt. Problemlösungskompetenzen werden hier nur mehr bedingt selbst erlernt. Wird zu viel gefordert, dann sprechen die Eltern vor und betonen, dass Sie für alles bezahlen.

  

Dazu ein Beispiel:

Nachdem es heutzutage auf der Straße schon sehr gefährlich ist, werden die Kinder nicht mehr in den naheliegenden Supermarkt geschickt, um beispielsweise den vergessenen Schlagobers für den Kuchen zu kaufen. Diesen Weg erledigt einer der Erwachsenen, das Kind kommt möglicherweise mit, geht aber unbeteiligt durch den Supermarkt. Lernt das Kind, wo es das Produkt selbst finden kann? Was ist, wenn das Produkt nicht in Griffweite ist und es somit nicht mitgenommen werden kann. Es stehen mehrere Produkte von unterschiedlichen Anbietern zur Auswahl! Welches nehmen? Welche Lösung würde sich anbieten, wer könnte helfen? Wen kann es fragen? Wie sieht es bei der Kasse aus? Kann es damit zu Expresskasse gehen und wie viel Wechselgeld bekommt es zurück?

Meiner Meinung ist eine derartige Wissensvermittlung nicht die Aufgabe des Lehrers, sondern liegt einzig und alleine in der Verantwortung der Eltern.

Warum ich heute davon geschrieben habe? Weil dieser Sachverhalt ja zu einem wesentlichen Teil der Grund für das schlechte Abschneiden beim HLS-EU ist. Die Kinder bekommen zu wenig aus dem Elternhaus mit – wie können Sie dann im Leben darauf aufbauen?

Ratschläge oder andere Tipps möchte ich da dieser Stelle nicht geben, denn vermutlich hat jeder seine eigenen Ideen dazu. Falls Sie aber Vorschläge haben, so hinterlassen Sie bitte einen Kommentar.

 

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Letzte Änderung am 20/10/2018

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